The Dark Times

Die Zaubererwelt befindet sich im Jahre 1977 also im 7. Jahr der Rumtreiber. Komm in unsere Welt und sieh sie dir an!
 
StartseiteKalenderFAQSuchenMitgliederNutzergruppenAnmeldenLogin

Austausch | 
 

 Ein etwas anderes Gespräch am Abend

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Valentin Riddle
Slytherin
Slytherin
avatar

Anzahl der Beiträge : 111
Anmeldedatum : 16.12.12
Alter : 23

BeitragThema: Ein etwas anderes Gespräch am Abend   Sa Jan 07, 2017 3:33 am

Die Korridore der Schule waren von Fackeln und Kerzen erleuchtet, doch jetzt gerade warf sogar die Abendsonne noch ihre letzten Strahlen durch die Fenster herein. Das Abendessen war vorbei und die Gänge waren nicht unbedingt der bevorzugte Ort, an welchem Hogwartsschüler ihre Freizeit verbrachten, oder Hausaufgaben erledigten, so begegnete Valentin auf seinem Weg zu Professor Eisensteins Büro nur wenigen anderen Hexen und Zauberern. Der Schulsprecher war ein klein wenig neugierig was der Lehrer wohl mit ihm besprechen wollen konnte, in Folge dessen eher besser gelaunt und daher grüßte er sogar den ein oder anderen auf seinem Wege, wenngleich ein leichtes Neigen seines Hauptes ihm genügend Zuwendung zu sein erschien.
Im Gegensatz zu seinen übrigen Mitschülern war Valentin, das war ihm klar, nicht an der Aufgabe Eisensteins gescheitert. Der Gedanke, dass das den Professor einigermaßen gewundert haben musste lag insofern nah, als er das ganze wohl nicht als lösbaren Einstieg gedacht hatte. Riddle nahm an, dass Eisenstein der Klasse sofort hatte klar machen wollen wie wenig sie eigentlich von seinem Fach verstanden - und das war eigentlich eine sehr vertretbare Maßnahme. Der bisherige Unterricht in Alte Runen war geradezu tödlich langweilig gewesen, besonders wenn man in den Ferien von und mit dem größten Zauberer aller Zeiten lernen konnte, wie es richtig ging.
Der Halbveela schätzte, dass der neue Lehrer neugierig war warum einer seiner Schüler Fähigkeiten besaß, die sich derartig von denen der übrigen abhoben. obwohl sie alle die selbe Schule besuchten und die gleichen, mehr oder minder kompetenten, Lehrkräfte ertragen mussten. Eine verständliche Frage, die daher rührte, dass der Mann nicht wissen konnte wen zu unterrichten er die Ehre hatte.
Ein wenig, gestand der Neffe des Dunklen Lords sich ein, hoffte auch er auf einen Gesprächspartner, dessen Verständnis von Magie über ein Hokus-Pokus und gekritztelte Zeichen auf Papier hinausging - was zu erwarten war, wenn Eisenstein eine solche Koryphäe auf seinem Gebiet war, wie Valentins Onkel gesagt hatte.
Tatsächlich hatte Lord Voldemort ihn sogar gebeten ein offenes Auge dafür zu haben ob der Mann vielleicht das Potenzial hatte ein Teil seiner großartigen Pläne zu werden, was der Junge selbstverständlich gern für ihn tat, und welche Gelegenheit wäre zu diesem Zwecke günstiger gewesen als ein privates Vieraugen-Gespräch?
Das Büro lag im sechsten Stock, Riddle blickte aus den Fenstern zu seiner Rechten. Von hier hatte er einen wirklich reizvollen Blick in den orange-goldenen Abendhimmel und über die Ländereien der Schule, doch auch nicht besser als von seinem eigenen Gemacht aus. Eisenstein hätte es jedoch auf jeden Fall schlechter treffen können - falls sein Büro über Fenster verfügte, wovon der Halbveela ausging.
Da es noch nicht so spät war, dass den gewöhnlichen Schülern das Verlassen der Schlafräume untersagt war hatte Valentin sich vor dem Gespräch nur einen frischen, schwarzen Umhang angezogen, der mit Silber und Smaragdgrün abgesetzt war, um der Ehre seines Hauses Rechnung zu tragen.
Das Silberhaar trug Riddle offen, so dass es seinen Rücken hinabfiel, sein Lidschatten und der Lippenstift waren dunkelviolett doch immerhin ziemlich dezent aufgetragen.
Den Schulsprecher umgab ein Duft von Feigen, exotischen Gewürzen und eine feine Note von Holz. Vor dem Büro angekommen verzichtete er in Gewissheit seiner Makellosigkeit auf eine abschließende Kontrolle seiner Erscheinung und klopfte an, dreimal, nicht zu langsam und nicht zu schnell.

_________________
Glory and gore go hand-in-hand
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Victor Eisenstein
Lehrer
Lehrer


Anzahl der Beiträge : 6
Anmeldedatum : 29.09.13

BeitragThema: Re: Ein etwas anderes Gespräch am Abend   Fr Jan 13, 2017 1:29 pm

Victor las gerade in einem seiner Lieblingswerke, einem Ripley-Kommentar aus dem frühen 18. Jahrhundert, als es an die Tür klopfte. Einer seiner direkten Vorfahren hatte ihn verfasst und während man schon damals auf dem Kontinent eine offenkundige Skepsis gegenüber der britischen Alchemie hegte, so war dieses Buch doch fair und erhellend zugleich geschrieben. Flamel mochte ja den Stein der Weisen zuerst entdeckt haben, aber wer sich für andere Zweige der Alchemie als die schnöde Unsterblichkeit interessierte, der kam an Ripley nicht vorbei. Und auch wenn dies nicht sein Spezialgebiet darstellte, so glaubte Eisenstein doch fest daran, es nach der Lektüre seiner ansehlichen Sammlung zu Transmutation und Braukunst mit den meisten Zaubertrankmischern der Insel aufnehmen zu können.

Herein bitte, rief er und klappte den alten Wälzer zu. Er hatte das Gespräch am heutigen Abend nicht vergessen. Eine willkommene Abwechslung zu dem eintönigen Leben in den trist-kalten Gemäuern seiner ehemaligen Schule. Das Essen nahm Victor zumeist auf seinem Zimmer ein und wenn in den ersten zwei Wochen noch manche Lehrer versucht hatten, den jungen, in sich gekehrten Mann zum gemeinsamen Dinner zu bewegen, so hatten sie dies bald aufgegeben.

Als der Schulsprecher das Büro Eisensteins betrat, oder besser gesagt hineinschwebte, brachte er einen frischen Duft nach exotischen Früchten mit in das sonst eher stickige Kabuff. Guten Abend, Professor, grüßte er höflich und ließ sich auf einen Wink Victors in einem seiner abgewetzten Ohrensessel nieder.
Mr Riddle, vielen Dank für Ihr Erscheinen. Als Mann mit Manieren war der Deutschstämmige trotz seiner persönlichen Zurückgezogenheit darum bemüht, ein guter Gastgeber zu sein und trat an eine seiner zahlreichen Kommoden. In diesem kläglichen Ort gibt es ja sonst nur Butterbier, darf ich Ihnen einen erbaulicheren Drink anbieten? Diesen Shochu müssen Sie probiert haben. Sein Gast ließ nicht erkennen, ob er sich für japanischen Kartoffelschnaps erwärmen konnte, nahm das ihm angebotene, mit Eis aufgefüllte Glas aber höflich an und trank einen ersten Anstandsschluck. Der Slytherin wirkte im Allgemeinen nicht besonders aufgeregt und schon gar nicht in dem Maße, wie man es nach einer derartigen Vorladung erwarten sollte. Victor goß sich selbst eine gesunde Menge an Hochprozentigem ein und setzte sich dann seinem Gast gegenüber.

Wissen Sie, begann der Lehrer, es kommt nicht allzu oft vor, dass ich eine vollständig überalterte Kombination sehe, die magisch angefachtem Feuer länger als drei Sekunden widersteht. Valentin Riddle zuckte kaum merklich mit den Schultern. Professor, ich habe lediglich versucht Ihre Aufgabe zu erfüllen, also einen funktionierende Feuerschutz nach Altsystem Barga zu erschaffen. Eisenstein lächelte kalt. Erwarten Sie dafür besser kein Extralob. Den miserablen Durchschnitt zu übertreffen, bedeutet noch längst nicht gut zu sein. Er dachte, wie so oft seit seiner Rückkehr nach Hogwarts, an seine eigene Schulzeit. Blutlinie und Erziehung hatten ihn von vornherein zu einem guten Schüler bestimmt, aber in den hier eher stiefmütterlich behandelten Fächern, blühte seine Begabung erst richtig auf. Während selbst die motiviertesten seiner Mitschüler nur kaum mehr als nötig für Fächer wie Alte Runen und Arithmantik getan hatten, hatte Victor einen großen Teil seiner Freizeit darauf verwandt. Nicht unbedingt zur Freude seines Vaters, der ihn wohl lieber in einer aussichtsreichen Laufbahn im Ministerium gesehen hätte, aber durchaus unterstützt von Groß- und Urgroßvater, die es für eine großartige und ehrbare Familientradition hielten, sich mehr mit theoretischer als praktischer Magie zu befassen.

Dennoch, fuhr er nun fort, möchte ich Ihnen nicht die gebührende Anerkennung verwehren. Als Schulsprecher sind Sie über den Lehrkörper informiert und so wissen Sie vielleicht, dass auch ich vor nicht allzu langer Zeit in Hogwarts die Schulbank gedrückt habe. Und ich weiß somit aus eigener Erfahrung, dass mein Fach hier nicht die Wertschätzung erfährt, die es verdient. Man kann von einem Hogwartsschüler nicht viel erwarten was die schriftliche Magie angeht und der Vorwurf ist wohl mehr dem System als dem Einzelnen zu machen. Sich von dieser grauen Masse abzuheben mag nicht schwer sein, aber nichtsdestoweniger interessieren mich die Hintergründe Ihres Wissensvorsprungs. Sind Sie über Ihre Familie an die Runenmagie herangeführt worden oder woher rührt Ihre Kompetenz?

Riddles Gesicht ließ nicht viel Gefühlsregung erkennen, doch als Eisenstein von seiner Familie sprach, hellte es sich merklich auf und brachte die ebenmäßigen, zwar grundsätzlich gleichgültig-kühlen aber dennoch ansprechenden Züge des Slytherins noch ausgeprägter zum Vorschein. Vielen Dank für die freundlichen Worte, Professor. In der Tat habe ich durch meine Verwandtschaft einen viel direkteren und weitaus besseren Zugang zur hohen Kunst der Magie, als er an diesem Institut, so altehrwürdig es auch sein mag, unterrichtet wird. Eisenstein nickte. Sie tragen mit Sicherheit einen illustren Namen. Obschon ich gestehen muss, dass mich das politische Geschehen auf den britischen Inseln nicht übermäßig interessiert, so können Sie von ihrem Onkel ohne Zweifel eine Menge lernen. Es freut mich zu hören, dass in Ihrer Familie ein Bewusstsein für Magie existiert, das über ein paar stumpfe Aktivflüche hinausreicht. Eine seltene Eigenschaft in Britannien. Valentin Riddle machte nicht den Eindruck, als würde es ihn überraschen, dass seine Familie mit lobenden Worten bedacht wurde, neigte aber erneut höflich den Kopf. Ich kann Sie nur ermutigen, auch in Zukunft positiv im Unterricht aufzufallen. Meine Anerkennung nützt Ihnen wenig, aber das auf dem Weg erworbene und vertiefte Wissen wird es eines Tages mit Sicherheit tun. Ich danke Ihnen für Ihre Zeit. Victor erhob sich aus seinem Sessel und auch Valentin stand auf, grüßte und wandte sich zum Gehen. Eins noch:, gab Eisenstein ihm mit auf den Weg, Wenn Ihnen an der schulischen Laufbahn ihrer Freundin Ms Silverspur gelegen ist, dann halten Sie sie doch bitte zum Lernen an. Ihre Antworten im heutigen Test lassen arg zu wünschen übrig und dass sie im Unterricht mit Ihnen Briefchen schreibt, wird es nicht besser machen. Einen schönen Abend noch. Dann fiel die Tür hinter dem Schulsprecher ins Schloss, der den Duft, den er hereingetragen hatte, wieder mit hinaus nahm.
Victor setzte sich wieder an seinen Schreibtisch. Ein bemerkenswerter junger Mann. Sicherlich ein wenig abgehoben von der Welt, aber ebenso gewinnend und einnehmend in seiner Art. Wir werden sehen, was aus ihm wird.

Der nächste Gedanke galt dann schon wieder seinem wieder aufgeschlagenem Buch, das ihn noch für einige Stunden wach halten würde.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
 
Ein etwas anderes Gespräch am Abend
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1
 Ähnliche Themen
-
» Heute Abend treffen wir uns!! DRINGEND!
» Unternehmungen am Abend
» Ich werde ihr trotzdem etwas Kleines schenken
» Keine Begrenzung der Unterkunftskosten bei Umzug in ein anderes Bundesland Jobcenter muss bei Wohnortwechsel höhere Unterkunftskosten voll übernehmen B 4 AS 60/09 R
» Etwas Größere suche...

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
The Dark Times :: Büro des Lehrers für Alte Runen-
Gehe zu: